Afrika nach der Kolonialzeit
Nach Jahrhunderten der Sklaverei und der Kolonialisierung erlangte in den 1960ern ein Großteil Afrikas die Unabhängigkeit. Doch in dem folgenden halben Jahrhundert hat sich der Traum der Menschen dieses eigentlich reichen Kontinents, nach dem Ende der Kolonialzeit ein Leben in Freiheit und Wohlstand führen zu können, meistenteils zerschlagen oder wurde sogar zum Albtraum.
Aufgrund der Zerstörung einheimischer Machtstrukturen während der Kolonialzeit und der fehlenden politischen Erfahrung kam es in vielen ehemaligen Kolonien zu einem Machtvakuum, das schon bald nach der Unabhängigkeit von Armeen für Staatsstreiche ausgenutzt wurde. Viele Länder wurden jahrzehntelang von Gewaltherrschern regiert. Da die früheren Kolonialherren die Grenzen teilweise völlig willkürlich und ohne Rücksicht auf die Siedlungsgebiete der einzelnen Völker gezogen hatten, kam es vielerorts auch zu ethnischen Konflikten bis hin zu Bürgerkriegen. Die Wirtschaft der meisten afrikanischen Ländern ist noch immer abhängig von den Industrienationen, da sie vor allem Rohstofflieferanten sind und es kaum einheimische Industrie gibt. Die Landwirtschaft hat stark durch den Raubbau an der Natur und die Folgen der Globalisierung gelitten. Das Bild von Afrika ist heute geprägt von Hunger, Krieg und Krankheiten.
Allerdings gab es daneben auch viele positive Entwicklungen. Eine wachsende Zahl von Afrikanern hat Zugang zu Bildung, und in vielen Ländern ist inzwischen eine breite Mittelschicht entstanden. Das erstarkte afrikanische Selbstwertgefühl macht es nicht nur möglich, dass die jüngere Generation inzwischen selbstbewusst den ehemaligen Kolonialmächten entgegentreten kann, sondern hatte in den letzten Jahrzehnten auch einen großen Einfluss auf Kunst und Musik, der weit über Afrika hinausreichte. Durch die Rückbesinnung auf kunsthandwerkliche Traditionen konnte ein ganz neuer Markt erschlossen werden. In vielen westlichen Haushalten sorgen inzwischen afrikanische Schnitzereien neben dem Kolonial Sofa für einen Hauch von Exotik.
Durch den globalen Wandel der Wirtschaft wird in Zukunft die Abhängigkeit Afrikas von den Rohstoffexporten mit Sicherheit sinken. Bereits jetzt ist der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftssektor. Die einzigartigen Landschaften des Kontinents und seine reichhaltige Tierwelt machen es zum idealen Ziel für zivilisationsmüde Großstadtmenschen. Wenn man dann nach einer Fotosafari in einer Lodge von einem Kolonial Sofa aus den Sonnenuntergang betrachtet, ist der Schatten der Kolonialzeit vergessen.